July 13th, 20214 Min. Lesezeit

Drei Methoden für mehr Kreativität


Wenn wir an Kreativität denken, kommt uns schnell das Bild eines/einer Künstler:in oder Autor:in in den Sinn. Menschen, die den Großteil des Tages damit beschäftigt sind, ihre Vorstellungskraft freien Lauf zu lassen. Kreativität ist aber mehr oder vielleicht auch weniger. Kreativität beschreibt ganz einfach einen Prozess, bei dem neue und innovative Ideen entstehen. Und das wichtigste vorab: Jeder/jede kann kreativ sein. Frag dich doch einmal selbst, wann hattest du das letzte Mal eine zündende Idee? Zu welchem Thema? In was für einer Situation konntest du deiner Kreativität freien Lauf lassen? Bist du einem bestimmten Prozess, wie Design Thinking gefolgt?

Achtsamkeit kann Kreativität fördern

Oft fällt es uns aber schwer eine neue Denkweise einzuschlagen, oder uns anders zu verhalten, um dadurch kreativ zu sein. Menschen sind Gewohnheitstiere. Wir haben uns an eine bestimmte Art und Weise gewöhnt, gewisse Verhaltensweisen durchzuführen, sodass sie unser Leben erleichtern. Ein gutes Beispiel hierfür ist das Autofahren. Sobald wir es einmal gelernt und manifestiert haben, spulen wir die Routine jedes Mal erneut ab, sobald wir in das Auto steigen. Das ist gut, die Handlung ist automatisiert und wir benötigen für sie weniger kognitive Ressourcen.

Manche Probleme lassen sich leicht durch automatisierte Denk- und Verhaltensweisen lösen (z.B. Beantworten kurzer E-Mails oder das Pflegen von Datenbanken). Bei anderen kommen wir aber einfach nicht weiter und sollten neue Wege gehen (z.b eine neue Produktidee oder widersprüchliche Stakeholder-Prioritäten unter einen Hut zu bringen). Forscher an der Universität Groningen und an der North Dakota State University fanden heraus, dass Achtsamkeitstraining den Teilnehmern dabei hilft, Probleme zu lösen, die eine kreative Herangehensweise benötigen. Diese Studie war eine der ersten und bedeutendsten Studien, die gezeigt hat, dass eine direkte Verbindung zwischen Achtsamkeit und Kreativität besteht. Achtsamkeit kann dir helfen inne zu halten, und dadurch Raum zu schaffen, um offen zu denken, anders zu reagieren und neue Wege zu gehen. Google, Goldman Sachs, Bosch oder SAP setzen bereits auf Achtsamkeit und ermöglichen ihren Mitarbeiter:innen Zugang zu entsprechenden Übungen. Eine Möglichkeit von überall und zu jeder Zeit auf Achtsamkeitsübungen zugreifen zu können ist die Mindance App. Eine Studie hat gezeigt, dass sogar 10-12 Minuten Achtsamkeitsmeditation ein richtiger Kreativitätsboost sein kann.

Problemlösung durch Perspektivwechsel

Neben Achtsamkeit könntest du auch einmal versuchen, ein bestimmtes Problem aus einer ganz anderen Perspektive zu betrachten, um neue Lösungsideen zu entwicklen. Stell dir vor, wie jemand anderes das Problem lösen würde z.B. eine Person aus der Firma oder ein Charakter aus einem Film. Wie würde Superman vorgehen? Und welche Lösung hätte beispielsweise IKEA parat?

Die Walt-Disney-Methode

Eine ganz ähnliche Methode ist die Walt-Disney-Methode. Die Walt Disney Methode ist eine Kreativitätstechnik, bei der du ein Problem nacheinander aus drei verschiedenen Perspektiven betrachtest. Aus der Perspektive der Träumerin (des Träumers), der Macherin (des Machers) und der Kritikerin (des Kritikers). Die Träumerin (der Träumer) sieht keine Hindernisse, sondern lediglich neue Möglichkeiten. Aus dieser Perspektive kannst du deiner Fantasie freien Lauf lassen und viele neue Ideen kreieren, je verrückter, desto besser.

Die Macherin (der Macher) überlegt, wie man die Ideen umsetzen kann und betrachtet sie von der praktischen Seite. Jede Idee wird getestet (z.B. Wie kann ich die Idee umsetzen?; Was brauche ich dafür?; Welche Grundlagen habe ich schon?).

Die Kritikerin (der Kritiker) übt – wie der Name schon sagt – positive und negative Kritik an der Idee und deren Umsetzung (Wo liegen Probleme bei dieser Idee?; Welche Stolpersteine könnten bei der Umsetzung auftauchen?; Welche Chancen bietet die Idee?).

Bevor du mit der Ideensuche anfängst, solltest du dein Problem genau formulieren – am besten als Frage, z.B. „Wie kann ich den Streit mit meinem Kollegen beenden?“ oder „Wie bringe ich Freizeit und Arbeit unter einen Hut?“. Danach beleuchtest du dein Problem aus den drei verschiedenen Perspektiven. Nimm dir für jede Rolle zwischen 10 und 15 Minuten Zeit. Stell dir am besten einen Wecker, damit du die Zeit nicht vergisst. Wichtig ist, dass du während der Zeit nur in einer Rolle denkst, auch wenn es zunächst schwierig erscheint. Schreibe dir alle deine Gedanken und Ideen auf.

Wenn du merkst, dass du dich bereits gedanklich mit einer anderen Rolle beschäftigst, z.B. überlegst, wie du eine Idee umsetzen kannst, statt dir weiter neue Ideen auszudenken, kehre behutsam zu der eigentlichen Rolle zurück. Erinnere dich, dass du später genügend Zeit hast, dich weiter mit den anderen Rollen auseinanderzusetzen. Nachdem du jede einmal durchgespielt hast, kannst du wieder von vorne beginnen, um dann beispielsweise aus der Perspektive des „Träumers“ erste Lösungsideen zu entwickeln, die der Kritiker erkannt hat. Diese Vorgehensweise überträgst du für jede der drei Rollen.

Also warte nicht mehr lange, übe dich in Achtsamkeit und betrachte Probleme aus unterschiedlichen Perspektiven, um neue kreative Lösungen zu entwicklen.

Foto: Tim Mossholder auf Unsplash

Lukas Stenzel

Co-Founder & CSO

Lukas hat einen Master of Science in Psychologie, ist zertifizierter Sportpsychologe und absolvierte das HR Trainee Programm bei Bosch. Mit seinem psychologischen Fachwissen, seiner HR Erfahrung und Leidenschaft für Mentaltraining ist er verantwortlich für die Inhalte von Mindance und die wissenschaftliche Evaluierung.

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